Unsere Oldtimer
1956 beschaffte die Stadt Frechen für Ihre Freiwillige Feuerwehr ein neues Tanklöschfahrzeug des Herstellers Magirus, Typ TLF 16. Sechs Jahre später folgte eine neue Drehleiter, auch ein Magirusfahrzeug, Typ DL30. Beide Fahrzeuge waren noch bis weit in die 1980-er Jahre im Einsatzdienst. Das TLF 16 war in den letzten Jahren im Löschzug Habbelrath stationiert.
Die damals aktiven Feuerwehrleute aus Frechen und Habbelrath haben nach der Außerdienststellung der Fahrzeuge soviele Erinnerungen mit den "Schätzchen" verbunden, dass ein Verkauf zunächst ausschied. In den 1990-er Jahren begannen die Kameraden des Löschzuges Habbelrath mit der Restaurierung ihres alten TLF und nahmen zunächst alles auseinander.
In unzähligen Arbeitsstunden wurden alle Teile entrostet, repariert, lackiert und wieder montiert. Das Gerätehaus Habbelrath diente über ein Jahr als Werkstatt und - fast noch wichtiger - als Treffpunkt der Oldtimer-Freunde des Löschzuges. LKW-Schlosser, Autolackierer, Elektriker, Schreiner und viele weitere Fachleute taten ihr Bestes, um das Fahrzeug wieder annähernd in den "Neuzustand" zu versetzen. Und in der Tat, nach der Restaurierung war das Fahrzeug wieder voll funktionstüchtig, also "einsatzbereit".
In der Folge besuchten die "Oldtimer-Freunde", überwiegend Mitglieder der Ehrenabteilung des Löschzuges - regelmäßig und mehrmals im Jahr Oldtimer-Treffen in Nah und Fern und sorgten mit ihrem Oldie für Aufsehen.
Wenige Jahre später übergaben die Feuerwehrleute des Löschzuges Frechen auch ihre Drehleiter in die Obhut des Löschzuges Habbelrath. Und wieder wurde alles darangesetzt, auch dieses Fahrzeug in einen vollfunktionstüchtigen Zustand zu versetzen und seine Substanz zu restaurieren.
Heute sind beide Fahrzeuge fahrbereit und überzeugen durch einen einwandfreien optischen und technischen Zustand. Viele Besucher und Gäste sind begeistert von der damaligen Technik und lieben den Klang der wuchtigen Dieselmaschinen.

Der Betrieb und die Unterhaltung der Oldtimer stellen den Löschzug Habbelrath in den letzten Jahren mehr und mehr vor schwierige Herausforderungen. Die meisten Oldtimer-Enthusiasten und Fachleute der 1990-Jahre sind hochbetagt oder leider auch schon verstorben. Nur noch eine handvoll Idealisten können sich um die Fahrzeuge kümmern und sind bei technischen Fragen auf externe Hilfe, oft auch auf spezialisierte Fachfirmen angewiesen.
Die Stadtverwaltung hat auf Nachfrage durch den Förderverein die Möglichkeit eingeräumt, die Oldtimer vorübergehend in der alten Feuerwache Frechen unterzustellen. Lange Jahre hatte ein Landwirt seine Halle als Werkstatt an den Förderverein vermietet und auch die RWE-Power AG half bei vorübergehenden Unterstellungsproblemen. Die Frage "Wohin mit den Oldtimern?" wird mit wiederkehrender Regelmäßigkeit auch in Zukunft den Förderverin beschäftigen.
Diese Entwicklung beobachten auch andere Oldtimer-Liebhaber in Fachkreisen der Feuerwehr. Auch der Verband der Feuerwehren in Nordrhein-Westfalen hat hierzu eigene Erfahrungen.
Das langjährige Engagement der Oldtimer-Freunde des Löschzuges Habbelrath war schon immer unbezahlbar und ist jetzt zwangsweise auf eine Art "Notbetrieb" reduziert, um die Fahrzeuge weiter im Besitz des Fördervereins zu halten.
Aufgrund der Herausforderungen im Betrieb der Oldtimer hat der Förderverein bereits 2024 beschlossen, die Fahrzeuge mindestens bis zum 100-jährigen Jubiläum des Löschzuges Habbelrath in Betrieb zu halten. Jetzt im Jubiläumsjahr stellen sich die bekannten Fragen aber wieder:
- Wie können die Kosten für die Unterhaltung, die Versicherung, zukünftig notwendiger Ersatzteile uvm. reduziert werden?
- Gibt es Möglichkeiten der Finanzierung durch Sponsoren?
- Welche Kooperationspartner sind bereit und in der Lage den Förderverein fachlich oder organisatorisch zu unterstützen?
Vielleicht gibt das Jubiläumsjahr Impulse für Lösungen und Antworten in der Abwägung zwischen Verantwortung für Tradition und Leistung der Oldtimer-Freunde und Kosten für eine Fortsetzung des Fahrzeugpflege und -Unterhaltung.




